Apostille und Legalisation durch konsularische Vertretung

Was bedeutet Legalisation einer Urkunde?

Unter Legalisation einer Urkunde versteht man ein Beglaubigungsverfahren, dessen Zweck ist, die jeweilige Urkunde auf dem Territorium eines anderen Staates rechtswirksam gelten zu lassen.

Im Grunde soll die Legalisation dazu dienen, die Befugnisse und die Echtheit der Namensunterschrift des Amtsträgers sowie des Stempels und des Siegels der zuständigen ausstellenden Behörde zu bestätigen. Nach der Legalisation kann eine solche Urkunde bei den Behörden des entsprechenden Staats vorgelegt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Ihre Urkunden legalisieren zu lassen:

  • Apostille – ist eine Beglaubigungsform von Urkunden, die es ermöglicht , die in einem Staat ausgestellten Urkunden an die Behörden der anderen Staaten vorzulegen, die die Teilnehmer der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht vom 5. Oktober 1961 sind.
  • Legalisation durch konsularische Vertretung bedeutet die Beglaubigungsform von Urkunden, die bei den Behörden derjenigen Staaten vorgelegt werden, die KEINE Teilnehmer der o.g. Haager Konferenz sind.

Somit steht die für Sie erforderliche Beglaubigungsform, und zwar in jedem konkreten Fall, in Zusammenhang mit den gesetzlichen Regelungen des Staates, bei dessen Behörden Sie Ihre Urkunden vorzulegen haben.

Wann ist die Legalisation nicht erforderlich?

  1. Falls die Behörde, bei der Sie Ihre Urkunden vorzulegen beabsichtigen, keine Legalisation verlangt.
  2. Fall die Urkunde zu einer Art der Unterlagen zugeordnet ist, die keiner Legalisation unterliegen (Unterlagen, die im direkten Zusammenhang mit den Handelsgeschäften und Zollformalitäten stehen: Zollerklärungen, Warenlieferungs- und Dienstleistungsverträge, diverse Werk- und Abrechnungsverträge, Dokumentation über Warenverkehr über die Staatsgrenze usw., sowie die Unterlagen, die gegen die Gesetzgebung der Russischen Föderation verstoßen, bzw. mit ihrem Inhalt die Interessen der Russischen Föderation beeinträchtigen)-
  1. Falls die Russische Föderation und das jeweilige Land, wo die Urkunde angewendet soll, ein Internationales Hilfsabkommen unterzeichnet haben, wonach zwischen diesen Staaten ein erleichterter Urkundenverkehr ohne erforderliche Legalisation verordnet wurde.

Bilaterale Hilfsabkommen für zivilrechtliche Fälle:

  • Arabische Republik Ägypten (Moskau, vom 23. September 1997);
  • Republik Aserbaidschan (Moskau, vom 22. Dezember 1992);
  • Demokratische Volksrepublik Algerien (Algier, vom 23. Februar 1982);
  • Argentinische Republik (Moskau, vom 20. November 2000);
  • Volksrepublik Ungarn (Moskau, vom 15. Juli 1958);
  • Hellenische Republik (Athen, vom 21. Mai 1981);
  • Indien (Neu-Delhi, vom 3. Oktober 2000);
  • Republik Irak (Moskau, vom 22. Juni 1973);
  • Islamische Republik Iran (Teheran, vom 5. März 1996);
  • Volksrepublik China (Moskau, vom 19. Juli 1992);
  • Demokratische Volksrepublik Korea (Pjöngjang, vom 16. Dezember 1957);
  • Königreich Spanien (Madrid, 26 Oktober 1990);
  • Republik Lettland (Riga, vom 3. Februar 1993);
  • Republik Litauen (Vilnius, 21. Juli 1992);
  • Republik Mazedonien (Moskau, 24. Februar 1962);
  • Volksrepublik (Moskau, vom 30. Juni 1958);
  • Volksdemokratische Republik Jemen (Moskau, 6. Dezember 1985);
  • Volksrepublik Bulgarien (Moskau, vom 19. Februar 1975);
  • Republik Polen (Warschau, 16. September 1996);
  • Republik Moldau (Moskau, vom 25. Februar 1993);
  • Kirgisische Republik (Bischkek, 14. September 1992);
  • Republik Zypern (Moskau, vom 19. Februar 1984);
  • Volksrepublik Rumänien (Moskau, vom 3. April 1958);
  • Slowakei (Moskau, vom 1982, gültig seit 01.01.1993);
  • Sozialistische Republik Vietnam (Moskau, vom 10. Dezember 1981);
  • Slowenien (Moskau, 24. Februar 1962);
  • Tschechien (Moskau, vom 12. August 1982, gültig seit 01.01.1993);
  • Republik Estland (Moskau, vom 26. Januar 1993);
  • Japan (Tokio, vom 12. Mai 2009).

 

Hilfsabkommen für Rechtsverhältnisse bei zivil-, familien-, und strafrechtlichen Angelegenheiten (Minsk, vom 22. Januar 1993). Teilnehmer:

 

  • Aserbaidschan;
  • Armenien;
  • Weißrussland;
  • Georgien;
  • Kasachstan;
  • Kirgisistan;
  • Moldau;
  • Russische Föderation;
  • Tadschikistan
  • Turkmenistan;
  • Usbekistan;
  • Ukraine.